→ EN – Explanation of street names
Im Rahmen der Geschichtswerkstatt im Traditionshof Bulnheim e.V. kam die Frage nach dem Ursprung der Namen der Seifhennersdorfer Straßen auf. Zum ersten Mal offiziell benannt als Ersatz für die bis dahin geltenden Ortslagennummern wurden die Straßen in Seifhennersdorf am 1.1.1931. Dies ist das Datum, an dem der Wechsel in den Kirchenbüchern umgesetzt wurde.
Es gibt zurzeit 76 Straßen. Von den 31 nach Personen benannten Straßen waren sieben nach Gründern großer Fabriken (Conrad, Gärtner, Jentsch, Marx, Oppelt, Rentsch, Wilhelm Stolle) und sechs nach wichtigen Politikern (Albert, August Grunewald, Hoffmann, Hohlfeld, Ohmann, Richter) benannt. Nach 1945 erfolgten fünf Umbenennungen nach Antifaschisten oder Kommunisten (Arno Förster, Karl Marx, Rosa Luxemburg, Dr. Külz, Otto Simm).
In der Erklärung ist zunächst der Straßenname und in Klammern die Abkürzung des Ortsteils aufgeführt (M=Mitteldorf, O=Oberdorf, S=Seiffen, L=Läuterau, H=Halbendorf). Es folgt bei den nach Personen benannten Straßen eine kurze Beschreibung des Berufes und dann die biografischen Daten, soweit bekannt, sowie die Ortslagennummer des Wohnsitzes (beide Nummerierungen von 1783 und 1848). Am Ende findet sich eine Angabe zur Quelle zu den Personen: die Järschel-Chronik von 1955 (J), Seifhennersdorfer Mitteilungen (SFM) sowie Wikipedia (W).
Zur Zeit hat sich eine Gruppe von Schülern aus den Seifhennersdorfer Schulen zusammengefunden, die damit beschäftigt sind, noch mehr zu den Personen herauszufinden und Texte dazu zu erarbeiten.
Das Schilderprojekt wurde gefördert durch die Regionalentwicklung Naturpark Zittauer Gebirge e.V.
Albertstraße
Ernst Heinrich Albert, erster hauptamtlicher Gemeindevorstand (= Bürgermeister) 1886-1918, Mitteldorf 506b, Nordstr. 37, * 23.11.1859 Berthelsdorf bei Herrnhut, † 7.11.1918 Seifhennersdorf oo 2.12.1889 Seifhennersdorf: Franze, Auguste Selma aus Seifhennersdorf
Am Weißeweg
Kaufmann Ernst Wilhelm Weiße, Weißeweg 5 (Ortsl.Nr. 395/566), * 12.1831 Oberleutersdorf, † 7.2.1908 Seifhennersdorf, oo 15.9.1868 Seifhennersdorf: Röthig, Amalie Auguste * Seifhennersdorf
Arno-Förster-Straße
(früher: Wettinerstr.)
Arno Förster (* 1889, † 10.3.1943) war ein politisch aktiver Schuhmacher und kommunaler Volksvertreter aus Seifhennersdorf. Er gehörte der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) an und setzte sich in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren engagiert für die Interessen der Arbeiterschaft ein. Ab 1926 war er als Gemeindevertreter in Seifhennersdorf tätig und vertrat dort die KPD in kommunalen Gremien. In dieser Zeit engagierte er sich auch sportlich im Arbeiter-Turn- und Sportwesen, das damals eng mit sozialen Bewegungen und dem Gemeinschaftsleben verbunden war, und wirkte bei Veranstaltungen des Arbeiter-Turn- und Sportbundes mit.
Mit der politischen Zuspitzung der Krise in Deutschland und dem Aufstieg der Nationalsozialisten geriet sein Widerstand zunehmend in den Fokus der Behörden. 1935 wurde Arno Förster verhaftet, weil er auch nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten an seinen Überzeugungen festhielt; er wurde zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt und verbrachte diese Haft unter harten Bedingungen – unter anderem im Gefängnis Waldheim.
Trotz der Repressionen blieb Förster ein Symbol für den mutigen Einsatz für soziale Gerechtigkeit in seiner Heimat. Sein Lebensweg zeichnet das Bild eines Menschen, der sich auch in schwierigen Zeiten für Gemeinwohl und politische Überzeugungen einsetzte.
Die Arno-Förster-Straße in Seifhennersdorf erinnert heute an sein politisches und gesellschaftliches Engagement vor 1933.
August-Hoffmann-Straße
– Christian August Hoffmann, Kaufmann, Gemeinderat, Kirchenvorstandsmitglied und Friedensrichter. Er übergab 1878 eine Stiftung von 3000 Mark zur Errichtung eines Kranken- und Armenhauses in Seifhennersdorf. Es wurde 1891 eingeweiht und bot Raum für sieben Kranke in drei Zimmern. Er wohnte ab 1848 Ortsl.Nr. 64/101, Zollstr. 6, * 18.6.1802 Jonsdorf, † 16.4.1878 Seifhennersdorf
Bräuerstraße
Johann Bräuer, Schneider, Ortsl.Nr. 144/207, Bräuerstr. 11, kauft das Haus 1830, * 17.2.1803 Groß Däbschütz, † 22.7.1870 Seifhennersdorf, oo 18.7.1830 Seifhennersdorf: Krahl, Johanna Rahel, * Berthelsdorf
Bruno-Schmidt-Siedlung
(früher: Rentschsiedlung) Eduard Bruno Schmidt, Schlosser bei der Firma Rentsch, von der Firma abgestellt zum Bau der Siedlung 1938/39, später einer der Bewohner der ursprünglich 7 Doppelhäuser (14 Familien), * 26.12.1898 SF, † 1945, oo 7.10.1922 Seifhennersdorf: Böhm, Elsa Frieda, * Seifhennersdorf, Straße hieß ursprünglich „Rentschsiedlung“, in den 1950er Jahren umbenannt
Conradstraße
Wilhelm Conrad Grunewald, gründet Appreturanstalt (Stoff- und Textilienveredelung) und Weberei im Oberdorf Ortsl.Nr. -/272, Wilhelm-Stolle-Weg 29, * 24.11.1842 Seifhennersdorf, † 15.1.1926 Seifhennersdorf, oo 7.11.1864 Seifhennersdorf: Goldberg, Johanna Louise Christiane, * Seifhennersdorf
Damaschkestraße
Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke, * 24.11.1865 Berlin, † 30.7.1935 Berlin, Lehrer, Bodenreformer . Er entstammte einer Handwerkerfamilie. Frühzeitig wandte er sich lebensreformerischen Bestrebungen zu, so u. a. dem Anti-Alkoholismus. Durch die Schriften des Amerikaners Henry George begeisterte er sich für die Überlegungen zur Bodenreform. Von 1886 bis 1895 arbeitete er als Lehrer an privaten, aber auch an öffentlichen Schulen in Arbeitervierteln. Er hatte in Berlin die soziale Bedeutung der Wohnungsfrage erlebt. Not und Wohnungselend in seiner Umgebung veranlaßten ihn, sich mit sozialen Problemen zu befassen. Nach seinen Ideen sollte der Boden nicht enteignet, aber durch eine Bodenertragszuwachssteuer belegt werden, um so der Bodenspekulation entgegenwirken zu können. Ab 1895 arbeitete er als freier Publizist und beschäftigte sich vor allem mit der Bodenreform. Er wurde 1890 Mitglied des Deutschen Bundes für Bodenbesitzreform und 1891 dessen 2. Vorsitzender. 1895 gründete er mit Friedrich Naumann den Nationalsozialen Verein. 1903 zog er sich jedoch aus der aktiven Politik zurück. Nach der Gründung des Bundes Deutscher Bodenreformen 1898 war er bis 1935 dessen Vorsitzender. Während des Ersten Weltkrieges schuf er die Kriegerheimstättenbewegung. Er publizierte 1913 seine „Geschichte der Nationalökonomie“ und 1920 „Die Bodenreform“. In Zeiten von hohen Bodenpreisen unterstützte er die Vergabe von günstigem Gartenland an Arbeiter. Es gibt in Deutschland über 60 Damaschke-Straßen. Viele Benennungen erfolgten in den 30er Jahren nach seinem Tod, bevorzugt in Stadtrandlagen mit Kleingärten, wie es auch in Seifhennersdorf der Fall ist. Details siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Damaschke
Dr.-Friedrichs-Siedlung
(früher: Henking-Siedlung) Rudolf Friedrichs, * 9.3.1892 Plauen, Vogtland, † 13.6.1947 Dresden, Kaufmannssohn, 1926-33 Regierungsassessor in der Amtshauptmannschaft Dresden, 1945 Oberbürgermeister von Dresden, 1946-47 Ministerpräsident von Sachsen. Im Jahr 1947 wurde Rudolf Friedrichs die Ehrendoktorwürde der Universität Jena verliehen. Im gleichen Jahr erhielt er die Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsstadt Plauen. Die Carolabrücke in Dresden war 1971-1991 nach ihm benannt.
Dr.-Külz-Straße
(früher: Rentschstr.) (M) – Wilhelm Leopold Friedrich Külz, * 18.2.1875 Borna, † 10.4.1948 Berlin, 1907 Reichskommissar für Selbstverwaltung in Deutsch-Südwestafrika, 1912 Oberbürgermeister von Zittau, 1926 Reichsinnenminister, 1931-33 Oberbürgermeister von Dresden, 1945-1948 Vorsitzender LDP in der sowjetischen Besatzungszone. Zunächst ab 1912 in der NLP (Nationalliberale Partei) kandidierte er seit 1918 für die DDP Deutsche Demokratische Partei). Von 1920 bis 1933 war er DDP-Landesvorsitzender im Freistaat Sachsen. 1920 war er als Nachrücker für Emil Nitzschke Abgeordneter der Weimarer Nationalversammlung und von 1920 bis 1932 des Deutschen Reichstags. Als Reichskommissar für die Pressa in Köln 1928 und die Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden 1930 oblagen ihm überregionale Koordinierungsaufgaben. Nachdem er 1933 sich geweigert hatte, die Hakenkreuzfahne zu hissen, wurde er als OB in Dresen entlassen und arbeitete 1933-1945 als Rechtsanwalt in Berlin-Wilmersdorf. 1945 gehörte er in Berlin zum Gründerkreis der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDP) und wurde im November desselben Jahres deren Vorsitzender. Gemeinsam mit Otto Nuschke (CDU) und Wilhelm Pieck (SED) übernahm Külz 1948 den Vorsitz des Deutschen Volksrates, eines Vorläufers der späteren DDR-Volkskammer. https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_K%C3%BClz
Ernst-Israel-Straße
Christian Friedrich Ernst Israel, später Kaufmann in Dresden. Stammt aus dem Hause Ortsl.Nr. 470, Am Mittelwehr 6, stiftet Geld für „Ernst-Israel-Stift“, heute Teil des Pflegeheims, * 29.8.1848 Seifhennersdorf, † 1894 Dresden, unverheiratet
Gärtnerstraße
Ernst Wilhelm Gärtner, gründet 1850 Baumwolldruckerei und Weberei im Haus Ortsl.Nr. 303/440, Nordstr. 61, später Conradstr. 2, dann Rumburger Str. 106, dann Gärtnerstr. 2. Er stammt aus einer Organisten- und Schulhalterfamilie, oo 22.1.1850 Seifhennersdorf: Wilhelm, Johanna Rahel, * Seifhennersdorf
Grunewaldweg
Gottlieb Grunewald, Ortsl.Nr. 233/333, Grunewaldweg 5, Wirtschaftsgerätehändler, erster Sozialdemokrat in Seifhennersdorf, Gemeindeverordneter, * 18.10.1843 Seifhennersdorf, † 16.08.1913 Seifhennersdorf, oo 12.2.1865 Walter, Wilhelmine, * Seifhennersdorf
Hohlfeldweg
Johann Gottlieb Hohlfeld war eine prägende Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in Seifhennersdorf. Als Ortsrichter und Gerichtsschöffe wirkte er maßgeblich in der lokalen Verwaltung und Rechtsprechung. Sein Wohnsitz befand sich in einem traditionsreichen Bauerngehöft (Ortsnummer 364), das heute mit dem Hohlfeldweg 6 verbunden ist – ein Hinweis auf seine bleibende Bedeutung für die Gemeinde.
Neben seiner amtlichen Tätigkeit engagierte sich Hohlfeld intensiv für die Heimatgeschichte. Er war Teil einer vom Gemeinderat eingesetzten Kommission, die 1889 die Aufgabe erhielt, die Ortschronik zu erweitern. Gemeinsam mit Persönlichkeiten wie Ernst Weiße, Friedrich Röthig, Schuldirektor Seiler, Kantor Neumann und Diakonus Kindt arbeitete er an der Chronik von Seifhennersdorf, die 1892/93 veröffentlicht wurde. Diese Arbeit trug wesentlich zur Bewahrung der lokalen Identität bei.
Auch familiär war Hohlfeld mit bedeutenden Persönlichkeiten verbunden: Sein Bruder Richard Hohlfeld war der Vater des Schiffskapitäns Hohlfeld, der bei einem Hafenbrand in New York Menschen rettete und 1942 in Danzig beim Untergang eines Lazarettschiffes ums Leben kam.
Die Familie Hohlfeld war in Seifhennersdorf stark verwurzelt – mehrere Grundstücke (Ortsnummern 360, 362, 364 und 365) gehörten ihr. Johann Gottlieb Hohlfeld steht damit exemplarisch für eine Generation, die Verwaltung, Verantwortung und Heimatliebe miteinander verband und aktiv zur Gestaltung der Gemeindegeschichte beitrug.

Johann Gottlieb Hohlfeld * 14.4.1847 Seifhennersdorf, † 17.1.1916 Seifhennersdorf, oo 14.5.1872 Seifhennersdorf: Michel, Johanna Auguste Ernestine, * Seifhennersdorf
Jentschstraße
Christian Friedrich Jentsch, Gärtner und Textilfabrikant im Mitteldorf Ortsl.Nr. 222/546, Südstr. 32. Er beginnt bereits ab den 1840er Jahren mit der Produktion von Webstoffen durch Handweber. Ab 1871 erste 34 mechanische Webstühle, 1883 Bau der heutigen Fabrik Bechstein als Textilfabrik, 1909 abgebrannt, ab 1910 Pianofabrik (heute: Bechstein), * 1.11.1808 Seifhennersdorf, † 4.7.1881 Seifhennersdorf, oo (I) 2.11.1830 Seifhennersdorf: Berndt, Johanna Rahel, oo (II) 20.9.1853 SF: Domschke, Ernestine Emilie
Kruschegasse
Friedrich Theodor Krusche, Gärtner, Ortsl.Nr. 519/749, Kruschegasse 7, * 24.1.1866 Lichtenberg bei Reichenau, † 6.11.1950 Seifhennersdorf, oo Posselt, Selma
Marxstraße
Heinrich Robert Marx, Textilfabrikant in Seifhennersdorf. Er wuchs bei Pflegefamilie Michel in Seifhennersdorf auf. Danach erlernte er die Weberei bei Pflegevater Michel, danach Färberei Herzog in Niederleutersdorf. Er trat 1833 als Färber in den Dienst bei C.C.F. Paul in Seifhennersdorf. Ab 1836 Markthelfer bei Johann Gottlieb Großer. 1838 Messhelfer und Buchhalter bei Johann Traugott Jäkel. Ab 1841 selbstständige Färberei und Handelstätigkeit. 1843 Hochzeit, 1845 kauft ihm Schwiegervater Karl Gottlieb Walter das heruntergewirtschaftete Bauerngut Ortsl. 524/ Nordstr. 44. Er erhält 1854 die Lizenz zur Führung einer Fabrik und gründet 1858 auf dem Grundstück des Bauerngutes die Fabrik. 1862/63 Aufstellung der ersten 54 Kraftwebestühle. Im Juni 1863 besuchte der damalige König Johann die neuerbaute Fabrik. Viele Investitionen in die Fabrik, unter anderem 1883 Bau des heutigen Silberteiches (Teil des Freibades) zur Wasserversorgung der Fabrik. Die Mitarbeiterzahl soll laut Järschel (1955) 700-800 betragen haben. Er starb 1899, die Fabrik wird unter seinen Nachfolgern 1911 liquidiert. Nachdem die Fabrik 1912-1939 eine Zigarettenfabrik war, wurde sie unter dem Namen Henking (Berlin-Tempelhof) wieder zur Textilfabrik, die sie bis heute auch noch ist (Spekon). * 2.5.1816 Stremmen, Kreis Beeskow, (unehelich), † 28.8.1899 Seifhennersdorf, oo 14.2.1843 Walter, Johanna Juliane, * Seifhennersdorf – (J), Marxstraße hieß von 1950er-1990 Karl-Marx-Str.
Richterbergweg
Familie Richter, lange Zeit 1652-1740 Besitzer des Kretschams und Ortsrichter in der Ortslage Nr. 1/1, Leutersdorfer Str. 2, als Namenspatron für den Berg
Ohmannweg
Ernst Ohmann, Warendrucker, 1870-74 Ortsvorsteher Ortsl.Nr. 152/219, Ohmannweg 15, * 9.11.1830 Seifhennersdorf, † 21.1.1874 Seifhennersdorf, oo 24.1.1854 Seifhennersdorf: Reinisch, Rosina Wilhelmine Louise
Oppeltweg
Carl August Oppelt, Unternehmer, Ortsl.Nr. 734b. Sohn des Dorfschusters Carl Friedrich Oppelt. Er gründet 1865 eine Holzschuhfabrik im Seiffen und baut 1890 die großen Fabrikgebäude Ortsl.Nr. 735, Spitzkunnersdorfer Str. 3. Die Fabrik erlebte nach seinem und dem Tod des Sohnes 1914 einen Niedergang und dies war das Ende des Unternehmens. * 19.7.1832 Seifhennersdorf, † 15.4.1906 Seifhennersdorf, oo 9.5.1854 Seifhennersdorf: Anders, Juliane Auguste, * Seifhennersdorf
Otto-Simm-Straße
(früher: Schlageterstraße)
Alfred Otto Simm (* 24.5.1883, † 25.02.1940)Otto Simm (*25. Mai 1883 in Oberoderwitz) war ein deutscher Arbeiter, Kommunist und aktiver Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Bereits in den 1920er-Jahren engagierte er sich politisch: Nach dem Ende des Parteiverbotes der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wurde Simm zwischen 1924 und 1929 politischer Leiter der KPD vor Ort, Fraktionsvorsitzender im Gemeindeparlament und Mitglied in mehreren Ausschüssen. Sein öffentliches Eintreten für die Arbeiterinteressen und gegen die Bourgeoisie prägte sein Leben und seinen politischen Einsatz.
1927 wurde Simm in der Pianofortefabrik Zimmermann entlassen, weil er gewerkschaftlich gegen rechte SPD-Führer gekämpft hatte; er geriet auf die „schwarze Liste“ und fand keine reguläre Arbeit mehr. In den Folgejahren versorgte er seine Familie durch ambulanten Handel und arbeitete ab 1929 als Kurier der Zeitung „Die Arbeiterstimme“ sowie als Parteimitglied und Organisationsleiter der KPD. An allen Kundgebungen und Demonstrationen nahm er teil und machte sich durch seine Aktivitäten bei der herrschenden Bourgeoisie und später bei den Nationalsozialisten unbeliebt.
Nach der Machtübernahme Hitlers war Simm in der Illegalität und unter ständiger Beobachtung durch die Gestapo. Er floh 1933 in die Tschechoslowakei (CSR), wurde 1938 verhaftet und über Bautzen in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Dort wurde er am 25. Februar 1940 durch Gas ermordet. Seine Biographie steht beispielhaft für den kommunistischen Widerstand gegen das NS-Regime und das Schicksal vieler politischer Gegner, die in den Lagern der Nationalsozialisten ihr Leben verloren.
Schmidtgasse
Heinrich Robert Schmidt, Landgänger (Webwarenhausierer), Ortsl.Nr. 276/401, Schmidtgasse 1, * 16.12.1866 Seifhennersdorf, † 1953 Seifhennersdorf, oo 4.1.1891 Seifhennersdorf: Vieterich, Anna Maria, * Bisdorf
Wilhelm-Stolle-Weg
Karl Friedrich Ernst Wilhelm Stolle, Textilfabrikant Oberdorf Nr. 297b, Wilhelm-Stolle-Weg 41, wohlhabend, spendet u.a. für die Schützengesellschaft, erbaute verschiedene Häuser. Als Handelsweber vertrieb er die in Seifhennersdorf gefertigten Textilwaren auf Messen und Märkten im In- und Ausland. * 4.7.1843 Seifhennersdorf, † 30.5.1898 Seifhennersdorf, oo Hohlfeld, Emilie Auguste, * Seifhennersdorf
An der Läuterau
Ortsteil von Seifhennersdorf (frühere Bezeichnung: Otterau)
An der Scheibe
Mit Scheibe wurde wie auch in anderen Orten der ungefähre Mittelpunkt des Ortes bezeichnet
Krankenhausstraße
Straße zum früheren Krankenhaus und heutigem Pflegeheim
Kronenweg
Ortsl.Nr. 325/474, Rumburger Str. 77, Gasthaus „Zur Krone“ (geschlossen)
Viebigstraße
Lage des Viebigs, wo früher das Vieh auf die weiter vom Ort entfernten Weiden getrieben wurde