Schreiben ist wie … ein Spaziergang durch eine Wellness-Oase. Man ist ganz frei, dort hin oder dahin zu gehen, an einer Blume zu riechen oder sich am Brunnen zu erfrischen, sich in den Schatten zu setzen oder in die Sonne zu legen.
Die Beine auszustrecken oder den Yogasitz zu üben … wenn man aber an einem ganz bestimmten Punkt angekommen ist,
hält man es nicht mehr aus in der Oase.
Man muss hinaus in die weite Welt der eigenen Gedanken.

So ähnlich haben wir unsere Erfahrungen mit dem Schreiben vor kurzem miteinander ausgetauscht.
Wir, das sind Jungs und Mädels der Schreibwerkstatt im Bulnheim‘schen Hof in Seifhennersdorf.
Wir treffen uns 1x im Monat in der guten Stube, begeben uns auf die Reise in das „eigene unbekannte Land“ (so nennt der Schriftsteller Erwin Strittmatter das, was wir als Wellness-Oase bezeichnet haben!) und haben viel Spaß dabei, uns gegenseitig die dabei entstandenen Texte vorzulesen.

Wenn Du neugierig geworden bist, Lust verspürst Deine Gedanken zu Papier zu bringen und freshe (Zitat) Leute suchst, mit denen Du dieses fantastische Hobby teilen willst, bist Du bei uns genau richtig.

Schau einfach vorbei! Wir treffen uns ca. 1x im Monat freitags 15:45 Uhr im Bulnheim‘schen Hof, Zugang über Nordstraße 25, Seifhennerdorf. Die konkreten Termine erfährst Du bei:

franziska@mueller-stark.de

Wir freuen uns auf Dich!

 


Zur Kostprobe eine Geschichte, geschrieben von Rebecca, 13 Jahre

 

Schnattertanten in Italien

Sieglinde: Guten Tag, ist hier noch frei?

Ingeborg: Ja, natürlich, setzen sie sich doch! Sind sie von hier

Sieglinde: Nein, ich bin nur im Urlaub.

Ingeborg: Woher kommen sie denn?

Sieglinde:Deutschland.

Ingeborg: Oh, das ist ja interessant! Ich wohne gleich hier zwei Straßen weiter. Aber ich war auch mal zwei Jahre in Deutschland zusammen mit meiner Freundin.
Da waren wir in Berlin und haben da in so einem Haus gewohnt, da war noch so eine andere Familie mit neun Kindern, die wollten uns da erst nicht rein lassen und dann haben wir erst einmal den Vermieter gesucht. Wir haben den irgend wie erst nicht gefunden weil er an dem Tag in einem anderen Büro war –

Ah, da kommt ja endlich eine Bedienung!

Einen Cappuccino und ein Stück von diesem Kuchen – wie heißt der nochmal ?

Äh , warten sie ,warten sie , ich hab´s gleich – irgend was mit ,, H„- nein ,, G „ – oder nein – Moment –

Äh- ich glaube es hatte irgend was mit einem Fluss zu tun – Sar – oder nein, Spreise – nein – Spree! Genau! – Hier, Schwarzwald- Schwarzwälder Pflaume – Äh – Kirsch! Ja, genau!

Bedienung: Und was darf´s bei ihnen sein?

Sieglinde:Einen Kaffee und einen Safari – Eisbecher.

Ingeborg: Gut. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, der Vermieter.
Also, der war in einem anderem Zimmer – was weiß ich, wieso, jedenfalls haben wir dann die Sekretärin gefragt – stellen sie sich vor- die hatte grün- blau-pink gestreifte Haare ! Und dieses Kleid dazu, ich sehe es noch genau vor mir, das war pink und hatte vorne, hinten und an beiden Seiten eine riesige braune Schleife und der Kragen war über und über mit roten Glitzerperlen bestickt –

Sieglinde: Entschuldigen sie bitte, dass ich sie unterbreche, aber ich habe eine lange Fahrt hinter mir und würde jetzt sehr gern in Ruhe essen.

Ingeborg: Oh, ja, Entschuldigung, mein Mann sagt auch immer, dass
ich zu viel rede . Als wir uns das erste Mal getroffen haben, hat er mich angeguckt, als wäre ich eine Außerirdische.

Ich glaube, da habe ich auch etwas übertrieben mit dem Erzählen –

Sieglinde:Ähm, könnten sie jetzt –

Ingeborg: Ach, ja, Verzeihung wenn ich rede, vergesse ich immer – ach, na ja, egal.

Pause –

Ingeborg: Äh, wo wir schon miteinander reden, wie heißen sie eigentlich?

Sieglinde: Sieglinde Anders.

Ingeborg: Ich heiße Ingeborg. Meinen Nachnamen habe ich vergessen, weil – na ja, mit meinen Freunden und Verwandten siezen wir uns ja nicht und ich arbeite schon lange nicht mehr und den ganzen Formularkram mit unserer Wohnung erledigt alles mein Mann – ich kenne mich damit einfach nicht aus – und genau, da schreib ich eben nie meinen ganzen Namen irgendwohin.
Ach Mist, jetzt rede ich schon wieder so viel, ich kann das einfach nicht abschalten.

Sieglinde: Wissen sie, eigentlich würde es mich ja nicht stören, aber diese Zugfahrt war echt chaotisch. Erst habe ich den Zug nämlich verpasst, dann kam der nächste nicht, dann stand an der Anzeige, dass irgendwelche Züge an einem anderen Gleis fahren und ich war mir nicht sicher, ob da jetzt meiner mit dran stand… Ich war völlig durcheinander und jetzt habe ich auch noch mein Handy im Zug liegen lassen.
Ach sehen sie, bei mir ist das auch so, wenn ich einmal angefangen habe mit Erzählen, kann ich auch nicht wieder aufhören.

Ingeborg: Wollen wir uns duzen?

Sieglinde: Gern.

Ingeborg: Puuh, ich kann nicht mehr.

Sieglinde:Ich bin jetzt fertig. Wollen wir zahlen?

Ingeborg: OK. Weißt du was? Ich kenne eine sehr schöne Stelle an der Adria. Da könnten wir baden gehen.

Sieglinde:Ich habe aber kein Badezeug mit.

Ingeborg: Ach, das brauchen wir dort nicht. An diese Stelle kommt nie jemand außer ich. Da sind wir ganz allein!

Sieglinde: Das ist ja toll!

Ingeborg: Ok. Dann lass uns gehen.

ENDE